Über die Römer ist alles bekannt
Das Limeskastell Kapersburg gilt als eines der besterhaltenen und bekanntesten Kastelle des Obergermanisch-Raetischen Limes in Hessen. Über rund 150 Jahre war hier eine römische Auxiliareinheit, der Numerus Nidensium, stationiert, der gemäß seinem Namen aus dem heutigen Frankfurt-Heddernheim, dem antiken Nida stammte. Danach, in der Mitte des dritten Jahrhunderts, wurde das Kastell in der Folge des sogenannten „Limesfalls“ von den Römern verlassen; So erzählt es die Geschichtsschreibung und auch die frühesten Grabungen der Reichslimeskommission unter Louis Jacobi schienen diesen Ablauf zu bestätigen. Wer nun glaubt, über das Kastell sei damit alles bekannt, muss nur wenige Meter weiter in den Wald ziehen. Dort untersucht die hessenARCHÄOLOGIE das Lagerdorf des Kastells, den sogenannten Vicus. Während sich die archäologischen Untersuchungen in der Vergangenheit auf das Kastell konzentrierten, steht der Vicus erst mit den jüngsten Untersuchungen im Fokus und schon jetzt sind die neuen Erkenntnisse beachtlich.
Die Untersuchungen des Vicus haben auch in ihrem dritten Jahr wieder spannende Funde und Befunde zutage gebracht.
Durch die Lage der Kapersburg inmitten der bewaldeten Ausläufer des Taunus kann das Grabungsteam um Bezirksarchäologen und Limeskoordinator Dr. Kai Mückenberger und Grabungsleiter Manuel Pieper M.A. die hervorragend erhaltenen Strukturen bereits wenige Zentimeter unter dem Waldboden antreffen.