Inmitten der Ausläufer des östlichen Taunus, an der Grenze der Wetterau zum Hochtaunus, haben sich die Spuren der einstigen Römischen Besatzung nur wenige Zentimeter unter dem Waldboden bis heute gut erhalten. Während das ehemalige römische Kastell Kapersburg bereits seit dem 19. Jahrhundert untersucht wurde, richtete sich der Blick der hessenARCHÄOLOGIE in den vergangenen Jahren stärker auf den ehemaligen Vicus-Bereich des Kastells, das einstige Lagerdorf. Bei einer Grabungskampagne im Jahr 2023 kam dabei neben hervorragend erhaltenen Fundamentstrukturen eines Tempels auch ein römischer Weihestein ans Tageslicht. Die Strukturen alleine hätten ihn schon vollständig zufrieden gestellt, erinnerte sich der hessische Limeskoordinator Dr. Kai Mückenberger. Der Stein selbst sei jedoch ein absolutes Highlight gewesen. Ab sofort ist der Weihestein wieder zurück im Taunus und erhielt einen Ehrenplatz im Wehrturm-Museum in Rosbach vor der Höhe.
Wir sind mächtig stolz, dass wir ihnen heute hier etwas präsentieren können, was für unser kleines Museum schon eine Sensation ist.
Zur Enthüllung des neuen Ausstellungsstücks war der kleine Ausstellungsraum im Erdgeschoss des Wehrturms bis auf den letzten Platz belegt. Rosbachs Bürgermeister Steffen Maar eröffnete die Enthüllung des Weihesteinsund freute sich darüber, diesen hochrangigen „offiziellen Beweis“ für die lange Geschichte der Region in Rosbach präsentiert zu sehen. Sein Dank dafür galt neben der hessenARCHÄOLOGIE dem Heimatgeschichtsverein des Ortes, welcher das Museum im Wehrturm ehrenamtlich betreibt.
Dessen Vorsitzender, Michael Limlei, zeigte sich sichtlich glücklich darüber, den Weihestein erfolgreich zurück in den Taunus geholt zu haben. Gemeinsam mit der hessenARCHÄOLOGIE erarbeitete der Verein die Ausstellung des Fundstücks, welches Limlei nun vor den interessierten Gästen enthüllen konnte. Auch dem hessischen Limeskoordinator Dr. Kai Mückenberger war es ein besonderes Anliegen, den Weihestein in der Region auszustellen.
Ich freue mich immer, wenn wir Funde aus der Region in der Region ausstellen können. Durch den regionalen Bezug sprechen wir die Besucher direkter an und erzeugen hoffentlich ein größeres Interesse für unsere Arbeit.
Leider, so Mückenberger, sei dies immer seltener möglich, da viele der kleinen Museen und Vereine um ihre Existenz kämpfen müssten. Umso erfreulicher sei es daher, dass der bedeutende Weihestein nun in Rosbach für die Öffentlichkeit erlebbar sei, so Mückenberger.
Die Grabungen an der Kapersburg hofft der Limeskoordinator auch in diesem Jahr fortsetzen zu können, denn es gebe sicher noch vieles unter dem Waldboden im Taunus zu entdecken.