Preise und Ehrungen

Denkmalschutzpreis

Der Hessische Denkmalschutzpreis wird für denkmalpflegerische Maßnahmen verliehen, die im Rahmen der gegebenen Voraussetzungen (räumliche Lage, wirtschaftliche Situation, Umgang mit historischer Bausubstanz) durch individuelle Lösungen, handwerklich-technische Qualität und besonderes Engagement eine Vorbildwirkung erzielen und zum Nachahmen anregen.

Eduard-Anthes-Preis

Seit 1984 wird der Eduard-Anthes-Preis für herausragende Dissertationen der Archäologie des Mittelgebirgsraums verliehen. Mit 7.500 Euro Preisgeld ist er der älteste und aktuell höchstdötierte Archäologiepreis zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in Deutschland. Initiiert vom Verein von Altertumsfreunden im Regierungsbezirk Darmstadt e.V. wird er mittlerweile vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, der hessenARCHÄOLOGIE und dem Verein verliehen. In der Jury, die über die eingereichten Arbeiten entscheidet, sind neben einer Vertretung des Ministeriums, dem Landesarchäologen und der Vorsitzenden der Altertumsfreunde namhafte Universitätsprofessorinnen und Professoren der Mittelgebirgsregion mit spezieller fachlicher Ausrichtung vertreten.

  • 1985
    Egon Schallmayer: "Das römische Dieburg und seine Gräberfelder"
  • 1987
    Holger Göldner: "Studien zu rhein- und moselfränkischen Bügelfibeln"
  • 1989
    Karin Terberger: "Das Lahntal-Paläolithikum"
  • 1991
    Ronald Heynowski: "Eisenzeitlicher Trachtschmuck in der Mittelgebirgszone zwischen Rhein und Thüringer Becken"
  • 1993
    Svend Hansen: "Studien zu den Metalldeponierungen während der älteren Urnenfeldzeit zwischen Rhônetal und Karpatenbecken"
  • 1995
    Bernd Steidl: "Die Wetterau vom 3. bis 5. Jahrhundert n. Chr."
  • 1997
    Felix Teichner: "Die völkerwanderungszeitliche Siedlung mit Gräberfeld bei Kahl am Main"
  • 1999
    Ursula Eisenhauer: "Untersuchungen zur Siedlungs- und Kulturgeschichte des Mittelneolithikums in der Wetterau"
  • 2001
    Ulrike Ehmig: "Die römischen Amphoren aus Mainz"
  • 2003
    Kirsten Gebhard: "Die vorgeschichtliche Besiedlung des Kreises Groß-Gerau - Eine Studie zur Besiedlungsgeschichte des Hessischen Rieds"
  • 2005
    Stefan Hesse: "Die mittelalterliche Siedlung Vriemeensen im Rahmen der südniedersächsischen Wüstungsforschung unter besonderer Berücksichtigung der Problematik von Kleinadelssitzen"
  • 2007
    Markus Helfert: "Die Töpfereien im römischen vicus von Groß-Gerau 'Auf Esch'. Archäologische archäometrische Untersuchungen zur Keramikproduktion im Kastellvicus"
    Carsten Wenzel: "Der römische vicus von Groß-Gerau 'Auf Esch'. Die Baubefunde des Kastellvicus und der Siedlung des 1. bis 3. Jahrhunderts."
  • 2009
    Kerstin Schierhold: "Studien zur hessisch-westfälischen Megalithik. Forschungsstand und -perspektiven unter Berücksichtigung des europäischen Kontextes"
  • 2012
    David Hissnauer: "Ein Werkstattbereich des 3. Jahrhunderts nach Christus der römischen Sigillata-Töpfereien von Rheinzabern"
  • 2014
    Eveline Saal: "Das merowingerzeitliche Gräberfeld in Rhens, Landkreis Mayen-Koblenz. Beiträge zur frühmittelalterlichen Chronologie und Siedlungsgeschichte an Mittelrhein und unterer Mosel"
  • 2015
    Petra Eisenach: "Späteisenzeitliche bis frühkaiserzeitliche Siedlungsspuren auf der Amöneburg"
  • 2017
    Eike Henning Michl: "Castellum, Curia, Palatium?! Die mittelalterliche Besiedlungsgeschichte eines mainfränkischen Zentralortes auf dem Kapellberg bei Gerolzhofen"
  • 2019
    Clarissa Agricola: "Der Wert des Besonderen - Römische und germanische Terra Nigra des 3. bis 5. Jh. Chr"
  • 2021
    Ferdinand Heimerl: "Das römische Beda/Bitburg. Kaiserzeitlicher vicus, spätantike Befestigung und Bestattungen"

Namensgebend stand Eduard Anthes (1854-1922) Pate, dessen Leistung für die hessische und die überregionale Archäologie damit gewürdigt wurde. Anthes arbeitete im Großherzogtum Hessen-Darmstadt als Streckenkommissar der Reichs-Limeskommission, war Mitglied des Denkmalrats des Landes und wurde 1909 zum ersten hauptamtlichen Bodendenkmalpfleger mit Dienstsitz in Darmstadt bestellt. Anthes wirkte fachlich aufgrund der Bandbreite seiner Themen und dem frühen Engagement der fachlichen Vernetzung weit über seinen Zuständigkeitsbereich hinaus. Damit ist er ein gutes Vorbild für den wissenschaftlichen Nachwuchs und ein würdiger Namensgeber für einen Archäologiepreis.

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