Publikation »Ein Gesamtkunstwerk wieder entdeckt. Das Große Haus Glückert auf der ›Mathildenhöhe Darmstadt‹« mit Cover und Einblick in das Buchinnere

Landesamt für Denkmalpflege Hessen

Ein Gesamtkunstwerk neu entdeckt: Publikation zum Großen Haus Glückert

Mit der Restaurierung des Großen Hauses Glückert ist eines der bedeutendsten Gebäude der UNESCO-Welterbestätte »Mathildenhöhe Darmstadt« in seiner historischen Vielschichtigkeit wieder lesbar geworden. Die Ergebnisse dokumentiert die Publikation »Ein Gesamtkunstwerk wieder entdeckt. Das Große Haus Glückert auf der Mathildenhöhe Darmstadt«, die am 24. Juli 2026 erscheint.

Ein Haus als Ausstellung

Das Große Haus Glückert wurde 1901 nach Plänen von Joseph Maria Olbrich als Ausstellungs- und Verkaufshaus für den Hofmöbelfabrikanten Julius Glückert im Rahmen der ersten Ausstellung der Künstlerkolonie Darmstadt errichtet. Anders als die benachbarten Künstlerhäuser diente es nicht als Wohnhaus, sondern als Präsentationsort moderner Wohn- und Raumkonzepte der Darmstädter Künstlerkolonie. In wechselnden Ausstellungen entstanden vollständig ausgestattete Innenräume, an deren Gestaltung neben Olbrich auch Albin Müller und Johann Christoph Gewin beteiligt waren. Das Gebäude steht exemplarisch für den Anspruch der Künstlerkolonie, Architektur, Innenraumgestaltung und Kunsthandwerk zu einem Gesamtkunstwerk zu verbinden.

Spuren unter den Farbschichten

Im Zuge der jüngsten Instandsetzung wurden nicht nur Dach, Fassaden und technische Ausstattung erneuert. Restauratorische Untersuchungen legten eine außergewöhnlich dichte Befundüberlieferung frei. Gemeinsam mit historischen Fotografien, Entwurfszeichnungen und archivalischen Quellen ermöglichten sie einen neuen Blick auf die Bau- und Ausstattungsgeschichte. Erstmals ließ sich die ursprüngliche Farbigkeit zahlreicher Raumfassungen sicher nachweisen und den unterschiedlichen Gestaltungsphasen des Hauses zuordnen.

Auf dieser Grundlage wurde das Maßnahmenkonzept in enger Abstimmung zwischen der Unteren Denkmalschutzbehörde der Wissenschaftsstadt Darmstadt, dem Landesamt für Denkmalpflege Hessen, den Restauratoren und dem Welterbe-Beirat weiterentwickelt. Ziel war es, die historische Aussagekraft des Hauses zu stärken und die verschiedenen Entwurfsebenen der Künstler wieder nachvollziehbar zu machen. Wo die Quellenlage eindeutig war, konnten historische Decken- und Raumfassungen rekonstruiert und teilweise sogar freigelegt werden. Dadurch erschließt sich heute erneut die gestalterische Vielfalt des Hauses, die über Jahrzehnte durch spätere Überfassungen weitgehend überdeckt worden war. 

Die Restaurierung des Großen Hauses Glückert war eine anspruchsvolle denkmalpflegerische Aufgabe. Entscheidend war, die unterschiedlichen historischen Schichten des Gebäudes zu bewahren und zugleich seine ursprüngliche gestalterische Qualität wieder sichtbar zu machen.

Olaf Köhler Leiter der Unteren Denkmalschutzbehörde Darmstadt

Vom Befund zur Vermittlung

Die Maßnahme zeigt beispielhaft, dass Denkmalpflege weit über die bauliche Erhaltung hinausgeht. Restauratorische Forschung, wissenschaftliche Auswertung und denkmalpflegerische Abwägung bilden die Grundlage für den Umgang mit komplexer historischer Substanz.

Das Große Haus Glückert zeigt eindrücklich, wie Forschung und Restaurierung verborgene Qualitäten eines Welterbes wieder erfahrbar machen.

Jennifer Verhoeven Welterbe-Koordinatorin Hessen

Mit der Eintragung der »Mathildenhöhe Darmstadt« in die UNESCO-Welterbeliste 2021 hat das Welterbekomitee ausdrücklich der Stadt und dem Land empfohlen, die Geschichte von Erhaltung und Restaurierung stärker in die Vermittlung der Stätte einzubeziehen. Die nun vorliegende Publikation setzt diesen Auftrag um: Sie dokumentiert die Arbeiten am Großen Haus Glückert anhand aktueller und historischer Fotografien sowie neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse und macht die Entwicklung des Gebäudes nachvollziehbar.

So eröffnet das Große Haus Glückert neue Einblicke in die Ideenwelt der Künstlerkolonie Darmstadt und zeigt sich wieder als vielschichtiges Gesamtkunstwerk.

Zum Welterbejubiläum erschienen

Die Veröffentlichung erscheint am 24. Juli 2026 zum fünften Jahrestag der UNESCO-Einschreibung der »Mathildenhöhe Darmstadt« sowie im Jahr des 125-jährigen Jubiläums der ersten Ausstellung der Künstlerkolonie. Sie wurde gemeinsam von der Unteren Denkmalschutzbehörde der Wissenschaftsstadt Darmstadt und dem Landesamt für Denkmalpflege Hessen erarbeitet und führt die Publikationsreihe »Denkmalschutz in Darmstadt« fort.

Die Publikation ist über die Untere Denkmalschutzbehörde der Wissenschaftsstadt Darmstadt erhältlich.

Kontakt

Untere Denkmalschutzbehörde der Wissenschaftsstadt Darmstadt

Untere Denkmalschutzbehörde der Wissenschaftsstadt Darmstadt
Stadthaus West
Mina-Rees-Straße 12
64295 Darmstadt

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