Gruppenbild Alexander Hetjes, Cornelia Rault-Löw (Vorsitzende Förderverein), Ulrich Krebs (Landrat), Dr. Carsten Amrhein, Prof. Dr. Udo Recker, Prof. Dr. Dominik Maschek, Marcus Coesfeld

hessenARCHÄOLOGIE

125 Jahre Römerkastell Saalburg

Im Jahr 2025 feiert das Römerkastell Saalburg offiziell sein 125jähriges Bestehen und den Beginn des Wiederaufbaus.

Den Grundstein des zentralen Kommandanturgebäudes, der Principia, legte Kaiser Wilhelm II. höchst persönlich am 11. Oktober 1900. Doch dieser Termin war natürlich nicht der eigentliche Beginn der Erforschung, der Ausgrabungen und des Wiederaufbaus der Saalburg. Erste Ausgrabungen begannen in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Umfassungsmauer in der Südwestecke des Kastells wurde schon 1897 wieder aufgemauert. Mit dem „altrömischen Weihefest“ der Grundsteinlegung inszenierte Kaiser Wilhelm II. lediglich ein weltweit sichtbares und auch politisch bedeutsames Zeichen für das Selbstverständnis des jungen deutschen Kaiserreichs.

Tatsächlich war der feierliche Akt der Grundsteinlegung 1900, der in Form eines großartigen Kaiserfestes mit über 400 als Römer und Germanen verkleideten Akteuren begangen wurde, ein Meilenstein in der Geschichte des Römerkastells Saalburg. Das Team um Saalburgdirektor Dr. Carsten Amrhein hat deshalb am vergangenen Samstag zu einem Festakt in der großen Halle der Principia Vertreter aus Politik, Verwaltung, Gesellschaft, Wissenschaft und Museumslandschaft eingeladen.

Nach der Begrüßung durch den Landesarchäologen Prof. Dr. Udo Recker betonten Landrat Ulrich Krebs und Oberbürgermeister Alexander Hetjes die enge Verbundenheit der Saalburg mit dem Hochtaunuskreis und der Stadt Bad Homburg v. d. Höhe sowie die große Bedeutung des Museums für den Tourismus und das kulturelle Leben der gesamten Region. Der hessische Minister für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur Timon Gremmels übermittelte seine herzlichen Glückwünsche und erklärte: „125 Jahre Saalburg – das ist lebendige Geschichte, die unser Land verbindet. Als UNESCO-Welterbe und zugleich Denkmal, Museum und Forschungsstätte zeigt die Saalburg, wie aus Herkunft Zukunft wird, und ist zugleich ein Ort, der Erkenntnis und Erlebnis vorbildlich verbindet. Mein Dank gilt allen, die dieses Erbe bewahren und weiterentwickeln – in Wissenschaft, Ehrenamt und Verwaltung. Erinnerung braucht Orte: Hier wird Geschichte nicht nur erzählt, sondern erfahrbar – für heutige und kommende Generationen.“

In einer Bildpräsentation stellte Saalburgdirektor Dr. Carsten Amrhein anschließend die bedeutendsten Ereignisse aus 125 Jahren Geschichte der Saalburg vor. Die Festrede hielt Prof. Dr. Dominik Maschek, der stellvertretende Generaldirektor des Leibniz-Zentrums für Archäologie in Mainz. Er hob die große und ungebrochene Aktualität des Römerkastells Saalburg als Denkmal, Museum und Forschungsstätte im 21. Jahrhundert hervor. Das Programm wurde gerahmt von der Tanzgruppe „Berolina-linke Wade“, eine Berliner Tanzgruppe, die zu originalgetreuer Musik der Jahrhundertwende zeitgenössische Tänze vorführte. Im Anschluss waren die Gäste zu einem Empfang im Ausstellungsgebäude der Fabrica gebeten. Kurzführungen brachten den interessierten Gästen die wilhelminische Gründungsgeschichte der Saalburg am Nachmittag näher.