Publikation AH 36 Kloster Eberbach

Landesamt für Denkmalpflege Hessen

Kloster Eberbach – Architektur und Baugeschichte der mittelalterlichen Zisterzienserabtei

Vor rund 90 geladenen Gästen wurde die jüngst in der Reihe der Arbeitshefte des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen erschienene Publikation am 14. Oktober im Laiendormitorium von Kloster Eberbach vorgestellt. Den Festvortrag hielt der Autor der Monografie, Prof. Dr.- Ing. Julian Hanschke, Professor für Bau- und Architekturgeschichte am Karlsruher Institut für Technologie.

Ein Meilenstein für Erhalt, Forschung und Vermittlung

„Die neue Monographie, für die wir den renommierten Architekturhistoriker Prof. Dr. Julian Hanschke gewinnen konnten, bündelt erstmals umfassend die Ergebnisse jahrzehntelanger archäologischer, bauhistorischer, restaurierungswissenschaftlicher und archivalischer Forschungen unter Federführung des Landesamts für Denkmalpflege“, sagte Prof. Dr. Markus Harzenetter, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen, einleitend. Die Publikation sei ein wichtiger Meilenstein sowohl für einen in die Zukunft gerichteten Umgang mit dem herausragenden Zeugnis zisterziensischer Baukultur als auch ein wichtiger Beitrag zur Landes- und Kulturgeschichte Hessens. Sie biete eine zusammenfassende Rückschau aller Arbeiten zum Erhalt des Ensembles, sichere das Wissen früherer Generationen und biete die Grundlage für jede Form der Vermittlungsarbeit. Auf diese Weise solle gewährleistet werden, dass auch kommende Generationen die Geschichte des Ensembles unmittelbar erfahren, Materialien und handwerkliche Techniken verstehen und sich mit den Lebenswelten früherer Menschen auseinandersetzen könnten.

In seinem Festvortrag skizzierte Prof. Dr.-Ing. Julian Hanschke die Bedeutung der ehemaligen Abtei, die zu den bedeutendsten Zisterzienserklöstern im deutschsprachigen Raum zähle und sich schon früh zu einem herausragenden wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum entwickelt habe. Dies spiegele sich bis in der außergewöhnlich reichen und weitgehend auf das 12. und 13. Jahrhundert zurückgehenden Bausubstanz der Abteikirche und der zugehörigen Bauten. 

Erst durch die denkmalgerechte Instandsetzung konnte die durch spätere Veränderungen verunklärte historische Bausubstanz wieder freigelegt und in ihrer Bedeutung sichtbar gemacht werden.

Prof. Dr.-Ing. Julian Hanschke Professor für Bau- und Architekturgeschichte

Hanschke erläuterte, ohne die konstruktive Zusammenarbeit einer Vielzahl von Akteuren sei eine derartige Grundlagenforschung nicht möglich gewesen wäre. Im Anschluss dankte er allen an dem Projekt beteiligten Fachleuten und Institutionen.

Herr Macho, Frau Moos, Herr Prof. Dr. Hanschke und Herr Prof. Dr. Harzenetter

„Für uns ist diese Publikation, die die historische Forschung zu einer umfassenden Gesamtdarstellung verbindet, ein wahrer Schatz“, sagte Sebastian Macho, Vorstandsmitglied der Stiftung Kloster Eberbach, in seiner Begrüßung. Er betonte, erfolgreiche Stiftungsarbeit bedürfe eines engagierten Teams ebenso wie verlässlicher Fakten zur historischen Bausubstanz. „Wir freuen uns darauf, uns nun gemeinsam mit allen anderen Akteuren bei Fragen zum Schutz und zum Erhalt des Ensembles auf dieses Grundlagenwerk beziehen zu können und uns auch weiterhin erfolgreich für das Kloster zu engagieren.“

„Auch das neue Standardwerk von Prof. Hanschke wurde durch fachliche Impulse des Freundeskreises Kloster Eberbach begleitet“, sagte Doris Moos, Vorsitzende des Freundeskreises Kloster Eberbach. „Unser Ziel ist es, Geschichte sichtbar zu machen, Wissen zu vermitteln und den Mauern eine Stimme zu geben“, sagte sie. Der Freundeskreis Kloster Eberbach verstehe sich als Vermittler, Impulsgeber und Fürsprecher für die einzigartige Abtei. Er fördere Restaurierungen, unterstütze die museale Weiterentwicklung und schaffe Grundlagen für die wissenschaftliche Beschäftigung mit Eberbach. Internationale Kontakte und Veranstaltungen stärkten den fachlichen Austausch.

Musikalisch begleitet wurde der Abend durch das Streichquartett der Wiesbadener Musikakademie (WMA). 

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