Die Postersession zum Abschluss der Tagung bot die Gelegenheit zum Austausch und zur Vertiefung der spannenden Themen.

hessenARCHÄOLOGIE

Entwicklungen und Perspektiven der digitalen Dokumentation

Um unsere Bodendenkmäler schützen und unsere archäologischen Funde auswerten zu können, ist die Dokumentation der aus dem Erdreich gewonnenen Erkenntnisse essenziell. Doch wie dokumentieren wir und welche Rolle spielen dabei die sich rasch entwickelnden digitalen Möglichkeiten? Wie erhalten wir die dabei gewonnen Daten? Fragen wie diese waren der Kern einer Fachtagung der hessenARCHÄOLOGIE.

Digitale Transformationen in der Bodendenkmalpflege

Für die Bodendenkmalpflege ist die Auseinandersetzung mit digitalen Methoden der primären Dokumentation ein zentrales Themengebiet. Wir erleben dabei seit vielen Jahren einen Wandel in der Nutzung von digitalen Methoden, beispielsweise die Tendenz hin zu offene Datenformate und Open-Source-Programmen. Diese Entwicklungen betreffen nicht nur Hessen, sondern alle Akteure der archäologischen Denkmalpflege und Forschung in der Bundesrepublik und darüber hinaus. Ein überregionaler Wissenstransfer spielt daher eine entscheidende Rolle. Eine zweitägige Tagung der hessenARCHÄOLOGIE am 22. und 23. Januar im Schloss Biebrich brachte daher Expertinnen und Experten aus ganz Deutschland zusammen, um sich über die Realität, Möglichkeiten und Zukunft der digitalen Primärdokumentation auszutauschen.

Die Veranstaltung eröffnete die stellvertretende Landesarchäologin Dr. Sabine Schade-Lindig. Sie betonte, dass bei allen Möglichkeiten digitaler Anwendungen, Digitalität um des Digitalen Willen nicht die Lösung sei. Es gelte nicht, analoge Prozesse digital abzubilden, sondern angemessene digitale Standards und Workflows zu etablieren, um eine nachhaltige Entwicklung von Methoden zur Dokumentation und Archivierung zu gestalten. 

Vom theoretischen Rahmen bis zur Praxis auf Ausgrabungen und in Landesämtern deckten die Beiträge der Tagung ein weites Feld ab.

Von der Ausgrabung bis ins digitale Archiv: Theorie und Praxis

Der erste Tag der Tagung widmete sich ganz dem Weg von der Theorie zur Praxis. Von den Empfehlungen zur digitalen Grabungsdokumentation des Verbandes der Landesarchäologien in Deutschland über die Arbeit mit digitalen Fachinformationssystemen bis zur dreidimmensionalen Erfassung einer ganzen Burganlage beleuchteten die acht Beiträge eindrucksvoll, wie Dokumentationen funktionieren können, wo mögliche Probleme auftreten können und welche Lösungsansätze sich bewährt haben.

Tag zwei der Tagung widmete sich noch stärker der praktischen Anwendung dieser Lösungen im Grabungs- und Arbeitsalltag: Von modernen Softwarelösungen für die Erfassung von Primärdaten über die Primärdokumentation im Grabungsalltag bis zu drohnengestützen Prospektionsprojekten. Eine abschließende Postersession mit Empfang gab noch einmal die Gelegenheit, die besprochenen Themen zu vertiefen, sich weiter auszutauschen und gemeinsam neue Ideen zu entwickeln.

Der große Zuspruch und die breite regionale Beteiligung zeigten deutlich den Bedarf an Formaten die einen solchen grenzübergreifenden Austausch und eine Vernetzung ermöglichen – der digital turn beschäftigt alle Akteure der archäologischen Denkmalpflege und der Wissenstransfer zwischen den einzelnen Institutionen ermöglicht die Entwicklung nachhaltiger Strategien für die Entwicklung und Umsetzung digitaler Workflows.

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