Die Grabbeigaben, bestehend aus schlichtem aber massivem Goldschmuck, Importwaren wie einer etruskischen Schnabelkanne und weiteren Waffenüberresten, zeichnen den Beigesetzen als hochgestellte Persönlichkeit seiner Zeit aus. Es zeigen sich klare Parallelen zu weiteren bekannten Fürstengräbern in Mitteleuropa. Röntgen- und CT-Aufnahmen der geborgenen Erdblöcke zeigen weitere Grabbeigaben, die es noch zu interpretieren und freizulegen gilt. Der Vergleich zum Keltenfürsten vom Glauberg liegt bei dem bereits bekannten Fundspektrum nahe, auch wenn die Qualität der Grabbeigaben aus Bad Camberg sich als schlichter präsentiert, als auf dem Glauberg. Als Zeitgenosse des Fürsten vom Glauberg spielte der Fürst von Bad Camberg in der keltischen Geschichte unseres Landes jedoch sicher eine bedeutende Rolle.
Bemerkenswert ist dabei, dass es sich bei dem Elitengrab um eine seltene Bestattung mit Nachweisen eines zweirädrigen Wagens handelt. Zwei Radnabenbeschläge, Achskappenbeschläge aus Buntmetall sowie eiserne Radreifenbeschläge zeigen eindeutig: Der keltische Krieger wurde mitsamt seinem Gefährt bestattet.
„Bereits nach der geophysikalischen Prospektion des überplanten Bereichs spekulierten wir über das mögliche Vorhandensens eines keltischen Elitengrabes. Damit, dass wir am Ende tatsächlich nicht nur ein Fürstengrab, sondern sogar eine Wagenbestattung vorfinden konnten, hatte dann aber doch niemand gerechnet.“
Dr. Kai Mückenberger, Bezirksarchäologe für den Landkreis Limburg-Weilburg
Keltische Wagenbestattungen sind in Hessen selten und lassen sich an einer Hand abzählen. Keine der bisher bekannten reicht an die Qualität der Bad Camberger heran. Die Funde des Elitengrabes werden derzeit durch die Restaurierungswerkstatt der hessenARCHÄOLOGIE und das Forschungszentrum der Keltenwelt am Glauberg untersucht. Dank der seit Jahrzehnten gepflegten wissenschaftlichen Kooperation mit dem Leibniz-Zentrum für Archäologie (LEIZA) in Mainz war es möglich, auf dessen technische Möglichkeiten und Kompetenzen im Bereich der CT-Aufnahmen zurückzugreifen.