Moderne Friedhofsanlagen als Spiegel sich wandelnder Bedürfnisse
Mit seinem Werkstattbericht „Mors certa – hora incerta. Eine Annäherung an moderne Friedhofsanlagen in Hessen“ widmete sich Wenzel Bratner den Veränderungen von Begräbnisplätzen aus Sicht der Landschaftsarchitektur und der Gartendenkmalpflege. Im Fokus standen Friedhofsanlagen der 1980er- und 1990er-Jahre in Hessen, deren Gestaltung den Wandel von Bestattungsformen und Flächenbedarfen widerspiegele. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Gartendenkmalpflege und Inventarisation spiele bei der Identifikation möglicher Denkmalwerte eine zentrale Rolle.
Das Stadtschloss Wiesbaden als Raumkunstwerk
Elena Mittelfarwick stellte unter dem Titel „Reine Deko? – Die Malereien im Stadtschloss Wiesbaden“ die aufwendigen Dekorationsmalereien im Wiesbadener Stadtschloss vor. Das spätklassizistische Schloss, das zwischen 1835 und 1841 nach Plänen des Architekten Georg Moller errichtet wurde, gilt mit seiner erhaltenen Innenausstattung als herausragendes Gesamtkunstwerk. Besonderes Augenmerk galt den Arbeiten der Dekorationsmaler Ludwig und Friedrich Pose, deren vielschichtige Wand- und Deckenmalereien derzeit im Rahmen eines umfassenden Konservierungs- und Restaurierungskonzeptes untersucht und gesichert werden.
Was Energietrassen uns erzählen
Mit seinem Beitrag „Unter Strom – Trassenarchäologie in Hessen“ beleuchtete Lars Görze die Herausforderungen, die der Ausbau der Energieinfrastruktur für die Bodendenkmalpflege mit sich bringt. Während bislang vor allem Wind- und Solarparks die Archäologie beschäftigten, rückten zunehmend lineare Großprojekte wie Energietrassen in den Fokus. Angesichts zahlreicher geplanter Leitungsbauprojekte sehe sich die hessenARCHÄOLOGIE in den kommenden Jahren vor Aufgaben von bislang unbekanntem Ausmaß.
Von der Bedeutung eines römischen Weihesteins für die Regionalforschung
Die Grabungen am Kastell Kapersburg im Taunus haben – so berichtete Dr. Kai Mückenberger – in den vergangenen Jahren bedeutende Funde hervorgebracht. Ein besonderer Höhepunkt sei ein 2023 im ehemaligen Lagerdorf entdeckter römischer Weihestein, der bei den Fundamenten eines Tempels gefunden worden sei. Für Mückenberger zählt der Fund zu den Highlights der Forschung. Der dem Kriegsgott Mars geweihte Stein sei nun im Wehrturm-Museum in Rosbach v. d. Höhe ausgestellt. Mückenberger betonte die Bedeutung regionaler Präsentationen archäologischer Funde und hofft auf weitere Grabungen an der Kapersburg.