Ausgezeichneten Objekte 2026
Einen Ehrenpreis der Jury, einen von drei ersten Preisen und 5.000 Euro Preisgeld erhält die Loheland-Stiftung für die Instandsetzung der „Waggonia“ in der Reformsiedlung Loheland in Künzell (Landkreis Fulda). Im Jahr 1919 errichteten Frauen hier eine Siedlung. Lernen, Arbeiten und Leben sollten Hand in Hand gehen. Herzstück ist die „Waggonia“, ausrangierte und zu Wohnungen und Ateliers ausgebaute Waggons der Reichsbahn. Die Jury wertete die Instandsetzung der „Waggonia“ als außerordentliches Zeugnis der Reformbewegungen des 20. Jahrhunderts.
Ein weiterer erster Preis und somit 5.000 Euro gehen an Stefan und Peter Jökel für die Sanierung des Langwerther Hofs in Eltville (Rheingau-Taunus-Kreis). Die Instandsetzung des ehemaligen Kutschenhauses und des Lichtenstern´schen Palais stehe beispielhaft für die Bewahrung regionaler Stadtbau- und Handwerkskunst, so die Jury. Trotz der hohen Kosten haben die Eigentümer den Hof denkmalgerecht gesichert und behutsam zeitgemäßes Wohnen in dem historischen Ensemble realisiert.
Auch Dipl.-Ing. Klaus Langschied bekommt für die Sanierung des Hauses am Roßmarkt 7 in Limburg einen ersten Preis und 5.000 Euro. Die Jury würdigte seinen Mut, sich für die Instandsetzung eines substanziell stark geschädigten Hauses aus dem 14./15 Jahrhundert zu engagieren, bei dem nicht absehbar war, ob es erhalten werden kann. Mit sehr hohem Aufwand rettete Klaus Langschied die historische Fachwerkkonstruktion. Dabei verwendete er denkmalgerechte und ökologische Materialien wie Lehm, Schiefer und Leinölfarben.
Mit einem zweiten Preis und 3.000 Euro wird Björn Helfrich für die Instandsetzung des Saalbaus Fuldaer Hof in Fulda ausgezeichnet. Der 1903 errichtete Saalbau ist ein bedeutendes Zeugnis des dörflichen Vereinslebens der Kaiserzeit. Seine besondere Bedeutung verdankt er der historischen Ausmalung des Kirchenmalers Hugo Pfister aus den 1920er Jahren sowie der Verbindung zum Künstler Franz Erhard Walther, dessen Familie den Saal erbauen ließ. Dank des Einsatzes von Preisträger Björn Helfrich wurde ein fast vergessener Ort wieder zu einem lebendigen Mittelpunkt des kulturellen Lebens im Ort.
Ein weiterer zweiter Preis und 3.000 Euro Preisgeld gehen an Claudia und Hartmut Dietz für die Sanierung der Grafenscheune in Schlitz. Die seit Jahren leerstehende Grafenscheune am Schlosspark drohte zu verfallen. Die Eigentümer retteten das Kulturdenkmal und nutzten es zu einem Mehrfamilienwohnhaus mit barrierefreien Wohnungen um – inklusive Wärmepumpe, Fußbodenheizung, Lüftung mit Wärmerückgewinnung und einer Photovoltaikanlage.
Auch der dritte Preis wird zweimal vergeben und ist mit je 2.000 Euro dotiert. Geehrt werden Dr. Astrid Wegener und Ernst Wegener für den Erhalt eines Ackerbürgerhauses in Spangenberg (Schwalm-Eder-Kreis). Sie haben das Anwesen in enger Abstimmung mit den Denkmalbehörden schrittweise saniert. Dabei war es ihr Ziel, so viel historische Bausubstanz wie möglich zu erhalten und Zeugnisse der Geschichte der seit dem 19. Jahrhundert betriebenen Spedition ebenso zu erhalten wie die Spuren der nach dem Krieg einquartierten Flüchtlingsfamilien.
Ein weiterer dritter Preis und 2.000 Euro Preisgeld gehen an Iris Meenken und Matthias Meenken sowie Paulina Meenken und Thomas Scheller für die Instandsetzung des Hauses Hembus in Kronberg (Hochtaunuskreis). Das 1689 erbaute Fachwerkgebäude in Kronberg gelangte 2023 in den Besitz der Familie Meenken. Eindringende Feuchtigkeit hatte dem Gebäude über viele Jahre zugesetzt. Für die Eigentümer ist die Sanierung ein generationenübergreifendes Familienprojekt. Mit großem Respekt vor der Geschichte des Hauses ist es ihnen gelungen, zeitgemäßen Wohnkomfort in vorbildlicher Zusammenarbeit mit den Denkmalbehörden und Handwerksbetrieben zu verwirklichen.