Foto. Restaurierungswerkstatt der Bau- und Kustdenkmalpflege

Konservierung und Erforschung

In der Restaurierungswerkstatt des Landesamtes werden Kunstwerke mit komplexer Struktur oder besonderer Restaurierungsproblematik untersucht und bearbeitet. Konservierung und Erforschung stehen dabei an erster Stelle.

Restaurierung im Schloss

Dem Referatsbereich Restaurierung und Bauforschung ist eine Restaurierungswerkstatt angegliedert, in der Kunstwerke mit ungewöhnlich komplexer Struktur und besonderer Restaurierungsproblematik bearbeitet werden. Dies geschieht in Kooperation mit den EigentümerInnen und zuständigen Bauämtern der Bistümer, Landeskirchen und Kommunen.

Die Tätigkeiten stehen in Zusammenhang mit den Beratungssaufgaben des Referatsbereichs. Der Schwerpunkt der Werkstatt liegt auf der Bearbeitung mittelalterlicher Retabel und Bildwerke, die Bandbreite reicht von der Malerei auf Holztafeln oder Leinwand über bemalte Steintafeln bis hin zu gefassten Skulpturen aus Holz, Ton oder Stein.

Untersuchung und Recherche

Auffälligkeiten am Kunstwerk während des Monitorings führen in der Regel zu einer restauratorischen Voruntersuchung am Aufstellungsort, um aktuelle Schäden zu ermitteln. Auf diesen Grundlagen erfolgt die Planung notwendiger Konservierungs- und Restaurierungsmaßnahmen.

Nach dem Transfer in die Restaurierungswerkstatt erweitern ergänzende Untersuchungen unser Wissen um die Herstellungs-und Veränderungsgeschichte des Objekts, um eine manchmal wechselvolle Nutzung und die Ursachen von Umbauten und Schäden. Der originale Bestand gibt uns Hinweise auf die historischen Fertigungs-, Mal- und Fasstechniken, die von späteren Ergänzungen klar zu unterscheiden sind.  In Zusammenarbeit mit anderen Institutionen werden auch Infrarot- und Röntgenaufnahmen angefertigt. Präzise Aussagen lassen sich häufig erst durch die Entnahme winziger Materialproben treffen, die naturwissenschaftlich analysiert werden.

Die wissenschaftliche Erforschung des anvertrauten Kunstwerkes ist ein integraler Bestandteil jeder Restaurierung. Die restauratorischen Untersuchungsergebnissen führen zu einer präziseren Einordnung und zu einer Neubewertung im Kontext der genannten Fachdisziplinen.

Restaurierungskonzept und Maßnahmen

Erst unter Berücksichtigung aller Befunde, die ausführlich dokumentiert werden, kann ein angemessenes Restaurierungskonzept erstellt werden. An erster Stelle steht dabei der Erhalt der historischen Substanz. Durch Alterung, Schädlingsbefall oder mechanische Beschädigungen geschwächte Trägersubstanz muss konserviert, aufstehende Farbschollen am Bildträger fixiert und die Oberflächen behutsam gereinigt werden. Erst im zweiten Schritt erfolgen eventuell ergänzende Maßnahmen wie die Retusche der Fehlstellen. Alle Maßnahmen und Materialien werden sorgfältig auf die individuellen Erfordernisse des Objektes abgestimmt und besondere Klimabedingungen vor Ort oder eine liturgische Nutzung berücksichtigt.

Fachlicher Austausch und Öffentlichkeitsarbeit

Um neu gewonnene Erkenntnisse aus den Arbeiten in der Werkstatt zu diskutieren, wird ein regelmäßiger Austausch mit Fachkolleginnen und Kollegen, den Vertretern angrenzender Fachdisziplinen und der Öffentlichkeit gepflegt. Im Zusammenhang mit aktuellen Restaurierungsprojekten lädt das Landesamt mit den jeweiligen Partnerinnen und Partnern zu Veranstaltungen ein, an denen Eigentümerinnen und Eigentümer, Restauratorierende, Historikerinnen und Historiker sowie Expertinnen und Experten aus den Kunstwissenschaften und der Theologie teilnehmen. Restaurierungsergebnisse werden auch in den betreffenden Kirchengemeinden und auf Fachtagungen durch Führungen und Vorträge vermittelt. Abschließende Publikationen in verschiedenen Medien vervollständigen die Öffentlichkeitsarbeit.