Die Waggonia in der Reformsiedlung Loheland

Waggonia in der Reformsiedlung Loheland

Die 1925/26 aus ehemaligen Reichsbahnwaggons errichtete Waggonia in Loheland ist ein einzigartiges Zeugnis der Lebensreformbewegung und der Behelfsarchitektur nach dem Ersten Weltkrieg. Seit ihrer Entstehung wird sie kontinuierlich als Arbeits-, Lern- und Lebensort genutzt.

Platzierung und Kategorie1.  Preis Ehrenpreis der Jury
PreisträgerLoheland-Stiftung
PreisBronzeplakette, Urkunde und Geldpreis (5.000€)
ObjektWaggonia in der Reformsiedlung Loheland, 36093 Künzell

 

Außergewöhnliches Zeugnis gelebter Reformgeschichte

Bei der denkmalgerechten Instandsetzung wurden Fassaden, Fenster, Waggontüren und historische Innenausstattungen behutsam restauriert. Viele Arbeiten führte die eigene Tischlerwerkstatt der Loheland-Stiftung aus. Mit der abgeschlossenen Sanierung bleibt dieses außergewöhnliche Zeugnis gelebter Reformgeschichte als lebendiger Arbeits-, Lern- und Lebensort für die Zukunft bewahrt.  Die Waggonia steht für die gelungene Verbindung von handwerklicher Arbeit, künstlerischer Praxis, Körper- und Wahrnehmungsschulung sowie gemeinschaftlichem Leben. In enger Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege konnte so ein außergewöhnliches Zeugnis gelebter Reformgeschichte für die Zukunft bewahrt werden.

Vertreter der Loheland-Stiftung bei der Preisverleihung

Die Meinung der Jury

Die Jury wertete die Instandsetzung des 1925/26 aus Reichsbahn-waggons errichteten Waggonia in der Frauensiedlung Loheland als außerordentliches Zeugnis der Reformbewegungen des 20. Jahrhunderts. Da das Ensemble nach gegenwärtigem Erkenntnisstand weltweit der einzige noch im Sinne des Gründungsgedankens genutzte, fast vollständig erhaltene Impulsort aus dieser Zeit  sei, sprach die Jury sich dafür aus, die Waggonia mit dem Ehrenpreis der Jury auszuzeichnen, um damit ihrer überregionalen und internationalen Bedeutung gerecht zu werden. Durch die Waggonia seien die Ideen und Konzepte der Reformbewegungen in einzigartiger Art und Weise bis zum heutigen Tage lebendig geblieben. Dies verdanke das Ensemble vor allem den hier lebenden und wirkenden Menschen, die sich seit 2016 um seinen Erhalt verdient gemacht hätten. 

Die durch den Hessischen Denkmalschutzpreis 2026 gewürdigten Leistungen wären ohne engagierte und professionelle Architekten-, Restauratoren- und Handwerksbetriebe nicht möglich.

  • Peter Sichau Dipl.-Ing. Sichau&Walter Architekten BDA, Fulda
  • Helmut Herber Gerüstbau, Fulda
  • Freianlagen Hodes-Bau GmbH & Co. KG, Fulda
  • Lambrecht GmbH Holzbau, Restaurator im Zimmerhandwerk, Schwalmstadt
  • Andreas Eisfeld Malerarbeiten und Bodenbelagsarbeiten, Fulda
  • Sebastian Nix Fliesen- und Plattenlegearbeiten,Nüsttal
  • Sanitärinstallation Ludwig Kalb GmbH+CoKG, Tann /Rhön
  • BTS Elektrotechnik, Fulda