Rossmarkt 7 in Limburg an der Lahn

Rossmarkt 7 in Limburg an der Lahn

Das vermutlich im frühen 15. Jahrhundert errichtete Fachwerkhaus in Limburg ist ein bedeutendes Zeugnis spätmittelalterlicher Baukultur. Erhebliche Feuchteschäden und unsachgemäße Eingriffe hatten die historische Substanz stark beeinträchtigt und den Erhalt des Gebäudes gefährdet.

Platzierung und Kategorie1.  Preis 
PreisträgerDipl. Ing. Klaus Langschied
PreisBronzeplakette, Urkunde und Geldpreis (5.000€)
ObjektRossmarkt 7, 65549 Limburg an der Lahn

 

Denkmalgerechte Energiegewinnung in Schieferoptik

Als sich Klaus Langschied des Gebäudes annahm, war zunächst unklar, ob es vor dem Abriss bewahrt werden konnte, da die historische Substanz, insbesondere das Fachwerkgefüge, stark geschädigt war. Hinzu kamen gravierende Feuchteschäden und Schäden infolge unsachgemäßer Eingriffe. Mit großem Engagement und viel Eigenleistung setzte der Eigentümer das Gebäude denkmalgerecht instand. Dabei kamen ausschließlich nachhaltige Materialien zum Einsatz. Moderne Haustechnik und eine Innendämmung ermöglichen zeitgemäßen Wohnkomfort. Eine Photovoltaikanlage in Schieferoptik fügt sich sensibel in die historische Dachlandschaft ein und verbindet Denkmalschutz mit heutigen Anforderungen an die Energieeffizienz. So konnte das identitätsstiftende Kulturdenkmal vor dem Verlust bewahrt werden.

Dipl. Ing. Klaus Langschied und sein Vater bei der Preisverleihung

Die Meinung der Jury

Die Jury würdigte den Mut des Preisträgers, sich für die Instandsetzung eines substanziell stark geschädigten Hauses aus dem frühen 14./15 Jhdt. zu engagieren, bei dem nicht absehbar war, ob es tatsächlich erhalten werden kann. Nur mit sehr hohem Aufwand konnte die historische Fachwerkkonstruktion gerettet werden. Positiv bewertet wurde zudem die konsequente Verwendung denkmalgerechter und ökologischer Materialien wie Lehm, Schiefer und Leinölfarben. Die Jury lobte die große Begeisterung des Preisträgers für sein Kulturdenkmal, die eine wichtige Grundlage für das Gelingen der Maßnahme darstellte. Nur dank seines herausragenden, persönlichen Engagements konnte dieses für die stadtbildprägende, identitätsstiftende Zeugnis spätmittelalterlicher Baukultur in der Limburger Altstadt erhalten werden.

Die durch den Hessischen Denkmalschutzpreis 2026 gewürdigten Leistungen wären ohne engagierte und professionelle Architekten-, Restauratoren- und Handwerksbetriebe nicht möglich.

  • Patricia Wolf Architektin, Limburg an der Lahn
  • Müller Holzbau GmbH & Co.KG, Hünfelden
  • Rudloff & Sohn GmbH, Brechen
  • Stephan Epping (Dach-Eindeckung, Schieferarbeiten), Frankfurt
  • Görner GmbH Stuckateure und Maler & Malerfachhandel, Beselich
  • Schreinerei Back GmbH, Geilnau
  • Hild GmbH, Diez
  • Batin Elektrotechnik GmbH, Braunfels