Die Grafenscheune in Schlitz

Grafenscheune in Schlitz

Die 1817 errichtete Grafenscheune am Schlosspark in Schlitz stand lange leer und drohte zunehmend zu verfallen. Mit großem persönlichem Engagement haben Hartmut und Claudia Dietz das städtebaulich bedeutende Kulturdenkmal erhalten und zu einem Mehrfamilienwohnhaus umgenutzt.

Platzierung und Kategorie2.  Preis 
PreisträgerClaudia und Hartmut Dietz
PreisBronzeplakette, Urkunde und Geldpreis (3.000€)
ObjektGrafenscheune, 36110 Schlitz

 

Zeitgemäßer Wohnraum mit hoher Energieeffizienz 
in einer denkmalgeschützten Großscheune

Beeinträchtigte Tragstrukturen und störende Einbauten wurden zurückgebaut und die historische Fachwerk- und Ziegelfassade denkmalgerecht instandgesetzt. Historische Feldbrandziegel wurden sorgfältig ausgebaut, gereinigt und wiederverwendet. Eine Haus-in-Haus-Konstruktion in Holzbauweise ermöglicht zeitgemäßen Wohnraum und verbessert zugleich Wärmeschutz und Raumklima. Mit Wärmepumpe, Fußbodenheizung, Lüftung mit Wärmerückgewinnung und einer Photovoltaikanlage konnte der Effizienzstandard 55 EE erreicht werden. Die Sanierung zeigt beispielhaft, wie sich ein städtebaulich bedeutendes, historisches Scheunengebäude nachhaltig und ressourcenschonend umnutzen lässt, ohne seinen historischen Charakter zu verlieren. Zugleich entstand dringend benötigter Wohnraum, der zur Belebung der Schlitzer Innenstadt beiträgt.

Claudia und Hartmut Dietz bei der Preisverleihung

Die Meinung der Jury

Die Jury betonte die besondere städtebauliche Bedeutung der Grafenscheune für die Denkmalpflege und die Stadt Schlitz innerhalb eines geschützten Ensembles. Zudem würdigte sie die gelungene Umnutzung als beispielhaftes Projekt für die Schaffung dringend benötigten Wohnraums mit hoher Energieeffizienz in einer denkmalgeschützten Großscheune im ländlichen Raum. Da historische Scheunengebäude zunehmend vom Abriss bedroht sind, hat die Instandsetzung der Grafenscheune in Schlitz Vorbildfunktion. Die Jury sieht in dem Projekt daher nicht nur für die Region, sondern auch überregional eine große Bedeutung.

Die durch den Hessischen Denkmalschutzpreis 2026 gewürdigten Leistungen wären ohne engagierte und professionelle Architekten-, Restauratoren- und Handwerksbetriebe nicht möglich.

  • Bauplanungsbüro Karsten Kimpel, Hohenroda
  • IHB - Ingenieurbüro für Historische Baukonstruktionen, Hünfeld
  • NDE Architekten, Bad Hersfeld
  • Maurerarbeiten Metzendorf, Schlitz
  • Zimmerei A. Schneider, Schlitz
  • Haustechnik B. Meyer, Schlitz
  • Peiker+Heil Elektrotechnik GmbH, Schlitz
  • Schreinerei Schäfer, Schlitz
  • SB Renotec GmbH, Künzell
  • Maler W. Wenzel, Schlitz
  • Türen B. Groh, Schlitz
  • Dachdecker Hedrich GmbH, Schlitz-Bernshausen