Blick auf die Burg Wallrabenstein in Hünstetten-Wallrabenstein

Burg Wallrabenstein in Hünstetten-Wallrabenstein

Die Burg Wallrabenstein wurde im späten 14. Jahrhundert erstmals erwähnt. Im Laufe der Jahrhunderte verfiel sie zusehends zur Ruine und diente als Baustoffquelle für die umliegenden Häuser. Heute gehört sie zum Grundstück der Bauherren. Deren Einsatz für die Burg im eigenen Garten ist es zu verdanken, dass diese gesichert und instandgesetzt werden konnte.

Platzierung und Kategorie1. Preis (Burgen und Schlösser)
PreisträgerDr. Dirk Liss
PreisBronzeplakette, Urkunde und Geldpreis (5.000 €)
ObjektBurg Wallrabenstein, 65510 Hünstetten-Wallrabenstein

Eine Burgruine im Garten wird vor dem weiteren Verfall geschützt

Als zunächst der Bewuchs vollständig entfernt wurde, kam der bauzeitliche Wehrgang wieder zum Vorschein. Ein instabiler Bogen unterhalb von diesem Wehrgang musste abgetragen und neu aufgemauert werden. Die Betonabdeckungen der Mauerkronen wurden ebenfalls abgetragen und die losen Steine und schadhaften Stellen wieder neu aufgemauert. Um dem ruinösen Charakter gerecht zu werden, wurden die Mauerhöhen beim Aufmauern ungleichmäßig verlaufend gestaltet. Die Sicherungsmaßnahmen sollen den weiteren drastischen Verfall der Burg verhindern und ihr ursprüngliches Erscheinungsbild als Repräsentationsbau bewahren. Besonders die Südansicht mit der Tormauer und den beiden flankierenden Ecktürmen ist effektvoll auf Fernsicht berechnet.

Detail der Burg Wallrabenstein

Die Meinung der Jury

Die Jury zeigte sich beindruckt von dem unermüdlichen Einsatz der Preisträger für die Burg im eigenen Garten. Obwohl kein ökonomischer Nutzen zu erwarten sei, investierten Sie viel Geld in die Maßnahmen zur Instandsetzung und Sicherung. Die stets zielorientierte, intensive Zusammenarbeit mit den beteiligten Behörden und Firmen wertete die Jury als vorbildlich. Die Neuverfugung der losen Mauerstellen sei unter größter Sorgfalt mit denkmalverträglichen und speziell auf das vorgefundene Mauerwerk angepassten Mörteln durchgeführt worden. Das außerordentliche Engagement für den Erhalt eines regional bedeutsamen Bauwerks wurde von der Jury ausdrücklich gelobt.

Die durch den Hessischen Denkmalschutzpreis 2023 gewürdigten Leistungen wären ohne engagierte und professionelle Architekten-, Restauratoren- und Handwerksbetriebe nicht möglich.

  • Architekturbüro Stephan Dreier Architekten
  • Büro für bauhistorische Gutachten Dr. Hans-Hermann Reck
  • Heiko Nigmann Baukult Sanierungs- und Ingenieur GmbH & Co. KG
  • Ralf Kiehl Dachdeckermeister
  • Gerüstbau Bodenheimer Herr Martin Schollmayer
  • Dosstec GbR 

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