Architektonisches Denkmal der Nachkriegsmoderne –
Haus Rolfes in Dillenburg
Mit dem Wohnhaus in der Rehgartenstraße 18 in Dillenburg präsentiert sich eine außergewöhnliche Denkmalimmobilie von herausragender architektonischer und kulturhistorischer Bedeutung. Das 1950 vom Architekten Wils Ebert, einem Schüler und Weggefährten Walter Gropius’, entworfene Anwesen zählt zu den frühen Beispielen der Nachkriegsmoderne in Hessen und knüpft in seiner Formensprache eindrucksvoll an die Ideen des Neuen Bauens und des Bauhauses an.
Errichtet wurde das Haus im Auftrag der Frank’schen Eisenwerke AG Dillenburg für den damaligen Firmendirektor Bernhard Rolfes. Das Gebäude befindet sich innerhalb der historischen Gesamtanlage Dillenburg auf einem Grundstück, das ehemals Teil der barocken Gartenanlagen war. Die besondere Hanglage sowie der historische Mauerverlauf prägen bis heute den unverwechselbaren Charakter des Anwesens. Straßenseitig zeigt sich das Gebäude bewusst zurückhaltend und geschützt, während sich die Wohnräume großzügig zum privaten Garten öffnen, welcher einen eindrucksvollen Ausblick über die Stadt gewährt.
Charakteristisch für die Architektur sind die klar gegliederten Grundrisse, die funktionale Trennung der Wohn- und Nutzbereiche, die deutlich erkennbar durch Materialauswahl, Größe und Anordnung der Fenster- und Türöffnungen voneinander getrennt werden. Des Weiteren zeichnet sich das Gebäude durch seine außergewöhnlich hochwertige Material- und Detailgestaltung aus. Große Fensterflächen, helle Putzfassaden und flache, schiefergedeckte Walmdächer mit markanten Dachüberständen verleihen dem Gebäude seine elegante Leichtigkeit. Natursteinverkleidete Funktionsbereiche integrieren sich sensibel in die historische Grundstücksmauer und unterstreichen die gelungene Verbindung von Architektur und Landschaft.
Im Inneren beeindruckt das Anwesen durch eine bemerkenswert vollständig erhaltene bauzeitliche Originalausstattung. Hierzu zählen zahlreiche maßgefertigte Einbaumöbel, lamellenverkleidete Heizkörper, Natursteinböden, ein mit Marmor ausgestattetes Badezimmer sowie ein Marmorkamin. Die sorgfältig geplanten Wohn- und Schlafbereiche dokumentieren den hohen gestalterischen Anspruch des Architekten. Besonders eindrucksvoll ist die konsequente Durcharbeitung sämtlicher Details – von den Blickbeziehungen innerhalb der Räume bis hin zur Positionierung von Kamin, Arbeits- und Schlafbereichen.
Der terrassierte Hanggarten bildet gemeinsam mit dem Wohnhaus ein harmonisches Gesamtensemble. Über Natursteintreppen erschließen sich die verschiedenen Gartenebenen bis hin zu einem außergewöhnlichen Gartenpavillon an der nordöstlichen Grundstücksgrenze. Von hieraus eröffnet sich ein eindrucksvoller Panoramablick über die Stadt und schafft einen Ort von besonderer Atmosphäre und Ruhe.
Haus Rolfes ist weit mehr als ein Wohnhaus – es ist ein seltenes Zeugnis der deutschen Architekturgeschichte der frühen Nachkriegszeit. Die Verbindung aus Bauhaus inspirierter Formensprache, nahezu vollständig erhaltener Originalsubstanz und einzigartiger Lage macht diese Immobilie zu einer außergewöhnlichen Gelegenheit für Liebhaber bedeutender Architektur und denkmalgeschützter Wohnkultur.